Der Dodo-Club

Wer sind wir?

Der Dodo-Club besteht aus einer stetig wachsenden Gruppe von freundlichen und friedlichen, ehemals aktiven Mitgliedern der Zeugen Jehovas ausgehend von München. Inzwischen sind sind alle Altersgruppen vom Kind bis zum Senioren in ganz Deutschland vertreten und es gibt regelmäßige Events im Raum München, Stuttgart und NRW.

Jeder bringt seine individuelle Geschichte mit und fast alle von uns wurden in die Religionsgemeinschaft hineingeboren, haben sich dann aber aus unterschiedlichen Gründen zurückgezogen.

Der Dodo-Club ist keine religiöse Vereinigung oder Studiengruppe, sondern eine rein private Plattform zum persönlichen Austausch und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Der Zweck des Dodo-Clubs ist es, ein freundliches und fröhliches soziales Auffangnetz für Menschen zu schaffen, die entweder aus der Gruppe der Zeugen Jehovas ausgestoßen (geächtet) wurden oder selbst gern den Absprung schaffen möchten, aber Angst vor dem gänzlichen Alleinsein haben.

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Die Dodos

Der Name Dodo Club leitet sich vom bereits ausgestorbenen Vogel Dodo ab. Irgendwann um das 17. Jahrhundert herum muss es einen letzten Dodo auf der Insel Mauritius gegeben haben, der sich vielleicht gewundert hat, warum er keine anderen Dodos mehr trifft. Viele von uns, die irgendwann Zweifel an gewissen Punkten der Lehre oder der Organisation in sich zugelassen haben, haben sich vor ihrem Rückzug von den Zeugen Jehovas wahrscheinlich auch wie der letzte Dodo gefühlt, so als wären sie der letzte ihrer Art. Das liegt daran, dass ein Zeuge Jehovas für gewöhnlich nicht mit andren über seine Zweifel sprechen kann. Jeder weiß, dass er nicht über Zweifel sprechen darf, wenn er das Wohlwollen der anderen Brüder für sich aufrecht erhalten will. Ihm ist bewusst, dass er führungsgewollt schnell allein dastehen wird und die anderen sich von ihm zurückziehen werden, wenn er auch nur eine einzige Lehre, die Gruppe als Ganzes oder gar die leitende Körperschaft anzweifelt.

Im Dodo-Club wiederholt sich bei jedem neuen Mitglied die Erfahrung, dass man doch nicht der letzte seiner Art ist und die eigene Entwicklung zigfach genauso bei anderen stattgefunden hat. Auch wenn viele von uns heute vielleicht sehr ähnliche Sichtweisen und Argumentationen für ihre veränderte Überzeugung entwickelt haben, heißt das nicht, dass im Dodo-Club eine gemeinsame Doktrin oder Lehre vertreten wird. Tatsächlich repräsentiert der Dodo-Club keine religiöse Ausrichtung, sondern besteht nur aus freien und liberalen Menschen. Wenn es so etwas wie einen gemeinsamen Nenner gibt, dann ist dieser lediglich, dass die meisten von uns viele der Lehren und Vorstellungen aus der eigenen Kindheit für sich verworfen haben und sich als „aufgewacht“ bezeichnen würden.

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Ausstieg

Die Ausschluss- und Austrittszahlen bei den Zeugen Jehovas, vor allem in der westlichen Welt, zeigen klar, dass man mit seiner Entwicklung theoretisch nicht allein ist, aber viele scheuen den Kontakt mit anderen ehemals Aktiven. Das liegt zum einen an der systematischen Stigmatisierung von Ehemaligen welche man stets gepredigt bekommen hat - das Märchen vom bösen, hasserfüllten Abtrünnigen, der satanische Lügen verbreitet - aber natürlich auch an der Angst vor dem Kontaktieren fremder Leute.

Unsere Erfahrung ist, dass es sehr schmerzvoll ist, wenn sich Menschen, von denen man dachte, sie wären echte Freunde, vielleicht sogar die eigene Familie, auf Basis einer auseinander klaffenden religiösen Überzeugung - quasi über Nacht - von einem abwenden. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass man von einer Sekunde auf die andere für die anderen gestorben ist und sie einen wie Luft behandeln, während man selbst gerade wahrscheinlich die größte Krise seines Lebens durchmacht. Man wird dann fallengelassen, wenn man Freunde am dringendsten braucht. Diesen systematischen Vorgang der sozialen Ächtung und Isolation zu überstehen und verarbeiten zu können, ist eine enorme Herausforderung, vor allem da man sein ganzes Leben angehalten wurde sein soziales Netz nur innerhalb der Zeugen Jehovas aufzubauen. Wir sind der Meinung, dass dieser künstlich erzeugte Mangel erst durch das Erleben einer Gruppe von freundlichen Gleichgesinnten und den Aufbau von neuen Bekanntschaften und Freundschaften behoben werden kann. Dabei haben alle von uns natürlich inzwischen auch Freundschaften mit „Weltmenschen“ aufgebaut, von denen wir nun wissen, dass sie in der Regel gar nicht böse sind, so wie uns das immer erzählt wurde.

Diese neuen Freunde äußern sich zwar oft sehr bewundernd über die Stärke, die es für den Ausstieg gebraucht hat, aber wirklich verstehen kann jemand diese Geschichte nur, wenn er genau wie wir erlebt hat, was es bedeutet als Kind bei den Zeugen Jehovas aufzuwachsen und dann aus der Gruppe ausgestossen zu werden. Als kommunikatives „Rudeltier“ braucht der Mensch einfach immer wieder Menschen um sich, die einen wirklich verstehen. Erst dann können die psychischen - bis hin zu körperlichen Schmerzen -, die einem durch die Reaktion der ehemals vertrauten Brüder zugefügt werden, wieder heilen.

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Der Faktor Angst

Ein Zeuge Jehovas wird seit seiner Kindheit mit vielen unterschiedlichen Ängsten erzogen, die ihm eine autarke Entscheidung in punkto Religionsfragen von vornherein enorm erschweren. Da ist z.B.

Die Mitglieder des Dodo-Clubs kennen und verstehen diese Ängste, und auch wenn die oft jahrzehntelange, systematische Belehrung in diese Richtung manchmal diffuse Ängste wiederaufflackern lassen, gibt es doch gute Möglichkeiten, sich davon weitestgehend zu befreien. Es folgen einige Methoden, die bei Dodo-Club Mitgliedern zum Erfolg geführt haben.

Zu 1. Angst vor Isolation: Akzeptieren, dass man das System nicht ändern kann und sich aktiv neue Freunde suchen muss. Zu 2. die Angst Gott zu enttäuschen: Verstehen lernen, wo die Religion ideologisch und historisch ihre Wurzeln hat, und wo die Vorstellung überhaupt herkommt, dass die leitende Körperschaft Gottes Vertreter auf Erden wäre, und dann zwischen Gott und religiöser Führung differenzieren lernen. Verstehen lernen, dass in der Bibel von der Rettung durch Jesus und nicht durch die Anhängerschaft von Menschen gesprochen wird. Zu 3. Verstehen lernen, dass die persönliche Bibelauslegung (Exegese) einiger weniger Menschen zu der Interpretation eines tatsächlichen Weltgerichtes Namens Armageddon geführt hat, aber dass es auch andere Deutungsmöglichkeiten gibt, wenn man die Bibel nicht wörtlich auslegt.

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Möglichkeiten

Was sind die Möglichkeiten?

Die einzige Möglichkeit sein soziales Umfeld weitgehend aufrecht zu erhalten, ist das selbstauferlegte Schweigen und Mitlaufen. Jede fortgesetzte Diskussion und Argumentation über Zweifel wird unweigerlich zur Isolation führen. Der Einzelne kann das System nicht ändern und nicht durchbrechen. Diesen Fakt zu akzeptieren ist bereits eine große Hilfe für viele.

Klar ist damit, wer seine religiöse Überzeugung wieder frei formulieren will, muss sich von der Gruppe separieren. Dies ist auch ohne weiteres und ohne die Konsequenz des Ausschlusses möglich, solange man nicht als Abtrünniger eingestuft wird, der proaktiv auf andere zugeht, um sie mit sich zu ziehen.

Jeder muss selbst entscheiden, welchen Weg er wählen möchte - und überhaupt ertragen kann. Die Religionsgemeinschaft ist fundamentalistisch geprägt (mit Bezug auf den Absolutheits- und Wahrheitsanspruch) und hierarchisch strukturiert. Kein Einzelner (nicht einmal ein Mitglied der leitenden Körperschaft) hat in diesem System die Möglichkeit alleine eine fundamentale Änderung herbeizuführen.

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Vorgehen

Das Vorgehen der Organisation im Falle von Untätigen und solchen, die sich zurückgezogen haben

Viele Regeln und Verfahrensweisen bleiben dem normalen Verkündiger unbekannt. Die Ältesten und Dienstamtgehilfen haben Briefe, Schulungen und Bücher zur Verfügung, die viele Angelegenheiten regeln, die die normalen Verkündiger nicht wissen sollen. So ist es zum Beispiel untersagt, dass jemand, der das Ältestenbuch zufällig in die Hände bekommt, dieses auch liest. Viele sind überrascht, wenn sie z.B. erfahren, dass man sich selbstverständlich von der Organisation zurückziehen kann, ohne gleich ausgeschlossen zu werden, selbst wenn man einige Zeit später Entscheidungen treffen mag, die bei einem noch aktiven Zeugen Jehovas oder einem erst kürzlich untätig gewordenen Zeugen sofort zum Ausschluss führen würden. Der Verlust eines Großteils des sozialen Umfeldes ist aber wie oben beschrieben dennoch sehr wahrscheinlich. Dafür sorgt die stetige Belehrung darüber, wie man mit „schlechtem Umgang“ zu verfahren hat, wenn man als aktiver Zeuge Jehovas nicht selber in die Schusslinie geraten will.

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Konsequenzen

Die Untätigkeit und ihre Konsequenzen

Jemand, der gerade begonnen hat an wesentlichen, aktuellen Lehren oder Verfahrensweisen zu zweifeln, macht für gewöhnlich unterschiedliche Phasen durch. Viele versuchen sich zu rechtfertigen, andere auch mitzuziehen und aufzuwecken. Da das Thema Schuld allgegenwärtig war, ist der Rechtfertigungsversuch nur allzu nachvollziehbar.

Manche suchen das Gespräch mit Ältesten oder dem Kreisaufseher und werden in der Folge als „kritisch“ eingestuft, in jedem Fall wird einem schnell ans Herz gelegt, still zu sein, und keinen Aufruhr zu kreieren, die Konsequenzen kennt sowieso jeder.

Manch andere gehen schon lange nicht mehr einig mit den Lehren, haben aber aus bekannten Gründen für sich beschlossen zu schweigen, um die Beziehung zu ihrer Familie oder ihren Freunden nicht zu gefährden, und um nicht plötzlich alleine dazustehen.

Wieder andere ziehen sich einfach ohne Erklärung zurück und leben dann aber oft in der Angst vor einem Ausschluss, weil sie nicht wissen, was genau jemand zu erwarten hat, der die Lehren verworfen hat.

Unsere Erfahrung ist, dass es hauptsächlich von der Persönlichkeit der Freunde abhängt, ob diese den stillen Rückzug in die Untätigkeit akzeptieren. Manche werden sich selbst dann zurückziehen, wenn man über die Gründe für den Rückzug schweigt und nur wenige akzeptieren die Entscheidung.

In jedem Fall ist schwerer Schaden innerhalb der persönlichen Beziehungen unvermeidbar, sobald man sich formuliert. Wenn man nicht auf jemanden trifft, der zufällig bereits ähnliche Zweifel hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine religiöse Positionierung auch zwingend zum Bruch mit der anderen Seite führt. Das ist für einen Zeugen Jehovas normal, da er sein ganzes Leben gelehrt bekommen hat, dass das so sein muss. Schließlich glaubt ein Zeuge Jehovas, dass man sich nicht gegen Menschen oder Lehren, sondern gegen Gott höchstpersönlich positioniert hätte.

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Ziele

Die Werte und Ziele des Dodo-Clubs

Wir sind der Überzeugung, dass die heutige Politik und Verfahrensweise der Zeugen Jehovas in punkto Solcher, die zu einer anderen religiösen Überzeugung gekommen sind, unchristlich, unbiblisch, lieblos und sogar menschenrechtswidrig ist. Dass sich die Organisation anscheinend in dieser Frage in Richtung Reformierung bewegt, sieht man an den neuartig klingenden Beschreibungen bei den „häufig gestellten Fragen“ auf deren Website. Diese Standpunkte finden sich zwar noch nicht klar formuliert in der laufenden Belehrung der Mitglieder wieder, aber wie jede Kirche, kann man sich auch nur langsam bewegen, will man seine Mitglieder nicht verunsichern. Das ist v.a. auch vor dem Hintergrund der vielen Veränderungen in der Lehre und Struktur zu sehen, die die Gläubigen in den letzten Jahren verdauen mussten.

Wir gehen davon aus, dass jedes Individuum den Prozess des Aufwachens sowieso selbst durchmachen muss, und dass pauschaler Aktivismus gegen Jehovas Zeugen eher kontraproduktiv ist, da die Mitglieder gelehrt wurden (und das für gewöhnlich auch wirklich glauben), dass derlei Meinungen direkt von Satan kämen.

Wir haben uns daher entschlossen eine Gruppe zu etablieren, die nur dem oben genannten Ziel folgt und wie ein Sozialverein zu sehen ist. Hier wird sich getroffen, gespielt, gefeiert und geredet, z.B. in Form von Picknicks und anderen Veranstaltungen.

Ziel ist es, den Leuten, die aus der Gemeinschaft der Zeugen ausgestoßen werden zu zeigen: man ist nicht allein und das Leben geht weiter. Ich bin nicht verrückt weil ich anders denke als die Gruppe.

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Wer an einer der nächsten Veranstaltungen teilnehmen möchte, darf sich gerne mit dem Kontaktformular an uns wenden. Wir werden deine Anfrage natürlich absolut vertraulich behandeln. Wir freuen uns auf dich.

Nächste Termine:

  1. Juli 2024 - Schlauchbootfahrt
  2. Juli 2024 - Grillparty im Westen
  3. August 2024 - Sommerabend am Meer

Vergangene Termine :

  1. April 2024 - Frühlingsfest
  2. Oktober 2023 - Wiesn Party
  3. September 2019 - Englischer Garten
  4. Juni 2020 - Jochberg
  5. Juni 2021 - Picknick im Englischen Garten
  6. Juli 2021 - Party in München
  7. September 2021- Wanderung
  8. Dezember 2021 - Weihnachtsfeier
  9. Februar 2022 - Wanderung
  10. Mai 2022 - Grillfest
  11. Juli 2022 - Grillfest
  12. Oktober 2022 - Country Club
  13. Dezember 2022 - "Like" - Christmas
  14. März 2023 - Grillfest
  15. Juni 2023 - Yoga & Johanni
  16. August 2023 - Biergarten
  17. August 2023 - Schlauchbootfahrt
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Sag Hallo!

Die Nettiquette in diesem Club ist folgendermaßen vorgegeben: in der Tat berührt es viele ehemals Aktive durchaus unangenehm, wenn man zu krass von den Dingen spricht, die wir alle ja einmal gut und heilig fanden. Es ist dauerhaft für jeden angenehm, die Gesprächskultur hoch zu halten und nicht nur seinen Frust abzuladen. Wir alle haben zu Recht auch manchmal Frust über das was wir erfahren mussten. Wir erfahren aber bei jedem Treffen aufs Neue, dass die Heilung für jeden erst dann beginnt, wenn man seinen Frieden mit der Vergangenheit macht und das ausstrahlt. Aber natürlich haben wir auch Verständnis dafür, wenn jemand noch eine Weile braucht und sich diese Einstellung erst nach und nach bei den Dodos abschaut.

Melde dich gern per Whatsapp:

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